Berlin-Schöneberg: Kirchenschiff kath. St.Matthias-Kirche
Der gesamte Bau erlitt starke Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg. Neben der Zerstörung der Kirchenfenster und des Maßwerks wurden auch das Dach sowie das Mauerwerk insbesondere auf der Ostseite im Bereich des Matthiasaltares stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Turm fiel noch kurz vor Ende des Krieges den Flammen zum Opfer.Nach Ende des Krieges erfolgte der im Jahre 1952 abgeschlossene Wiederaufbau durch den damaligen Baurat Felix Hinssen. Dabei wurde aus Kostengründen die ursprüngliche Fensteranzahl von 26 auf 11 Kirchenfenster reduziert.In den Jahren 1987 bis 1993 erfuhr die Kirche eine grundlegende Erneuerung im Innen- und Außenbereich. Im Zuge dieser Restaurierungsmaßnahmen erfolgte auch die Erweiterung der Fensteranzahl auf 22 mit einer grundlegenden Neugestaltung in Farb- und Formgebung. Da im Krieg auch fast die gesamte Innenausstattung der Kirche zerstört wurde bzw. verloren ging, präsentiert sich die ursprüngliche Architektur der Kirche heute sehr deutlich.Die innere Länge des Kirchenraumes beträgt bis zur Turmhalle fast 50m. Die gesamte Breite über die Seitenschiffe und das Mittelschiff mißt etwa 25m. Mit diesen Abmessungen und einer Höhe von über 20m im Mittelschiff zählt die St.-Matthias-Kirche zu den größten Kirchenbauten Berlins. Mit ihrem auch ohne Helm weithin sichtbaren Turm dominiert sie die Platzgestaltung des 1862 von dem städtischen Baurat James Hobrecht konzipierten Winterfeldtplatzes, der heute auch Standort des größten Berliner Wochenmarktes ist.Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Schöneberg als „villa sconenberch" erfolgte am 3. November 1264, nachdem der Ort wahrscheinlich kurz nach 1200 durch deutsche Siedler gegründet worden war. Der sprechende Name verwundert angesichts der heutigen flachen Stadtlandschaft, da während der Gründerzeit die ohnehin geringen Höhenunterschiede durch umfangreiche Erdbewegungen ausgeglichen wurden. Der etwa 15 Meter aus der Umgebung herausragende und namengebende Stadtberg (50 m über NN) befindet sich an der Monumentenstraße auf der Höhe des St. Matthäus-Kirchhofes und ist kaum mehr als ein kleiner Hügel. An der Langenscheidtbrücke wird man der Überwindung des Höhenunterschiedes noch gewahr. Ein zweiter Hügel, der knapp zehn Meter hohe Mühlenberg, verschwand weitgehend 1910 in der Baugrube des Rathauses Schöneberg. Der Dorfkern von Schöneberg entstand zwischen diesen beiden „Bergen" an dem heute noch erhaltenen Dorfanger an der Hauptstraße.Schöneberg ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Bis Ende 2000 gab es einen eigenständigen Bezirk Schöneberg, der neben dem namensgebenden Ortsteil noch den Ortsteil Friedenau umfasste. Der Bezirk Schöneberg wurde am 1. Januar 2001 im Rahmen einer Verwaltungsreform mit dem damaligen Bezirk Tempelhof fusioniert.Im Kiez um die Motzstraße und den U-Bahnhof Nollendorfplatz befinden sich zahlreiche Kneipen, Bars und Läden, die sich überwiegend an ein homosexuelles Publikum richten. Jährlich an einem Wochenende im Juni findet in diesem Teil Berlins das „lesbisch-schwule Straßenfest" statt, das mit einer Mischung aus Infoständen schwuler und lesbischer Gruppen, Show-Bühnen sowie Imbiss- und Verkaufsbuden mittlerweile tausende Besucher anzieht und sich zu einer Touristenattraktion entwickelt hat.Aufnahme vom Sonnabend vorm 2. Advent 2007.